Die Schwarzerle
Kordula Müller • 17. Januar 2026
Die Schwarzerle – Baum des Wassers, Schatz der Kräuterkunde und heimlicher Star der Wildkräuterküche

Die Schwarzerle – Baum des Wassers, Schatz der Kräuterkunde und heimlicher Star der Wildkräuterküche
Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) gehört zu den Bäumen, die man leicht übersieht – und die doch eine faszinierende Fülle an Eigenschaften, Geschichten und kulinarischen Möglichkeiten in sich tragen. Sie liebt das Wasser, steht an Bachläufen, Teichen und in Auenlandschaften, und genau dort entfaltet sie ihre besondere Kraft. Für Kräuterkundige ist sie seit Jahrhunderten ein wertvoller Begleiter, und auch in der modernen Wildkräuterküche erlebt sie eine stille Renaissance.
Die Schwarzerle ist ein Pionierbaum: Sie besiedelt feuchte, nährstoffarme Standorte und verbessert sie durch ihre Fähigkeit, Stickstoff zu binden. Ihr Holz ist im Wasser extrem dauerhaft – weshalb es in Venedigs Fundamenten steckt. Doch nicht nur das Holz ist bemerkenswert. Auch Blätter, Rinde und Knospen bergen spannende Inhaltsstoffe.
In der traditionellen Pflanzenheilkunde wurde die Schwarzerle vielseitig genutzt. Besonders interessant sind:
Rinde
Rinde
- Enthält viele Gerbstoffe
- Wurde früher für Umschläge und Spülungen verwendet
- Galt als hilfreich bei Hautirritationen und leichten Entzündungen
- Frisch aufgelegt wurden sie traditionell als kühlende Auflagen genutzt
- Getrocknet eignen sie sich für Teemischungen, die in der Volksheilkunde geschätzt wurden
- Enthalten ätherische Öle und Harze
- Werden in der Gemmotherapie verwendet
Wenn ihre Rinde verletzt wird, färbt sich der austretende Saft rötlich. Früher deutete man das als „Blut des Baumes“ – ein Zeichen für Schutz, Kraft und Transformation.
In manchen Regionen erzählte man, dass Nixen, Wasserfrauen oder Waldgeister besonders gern in Schwarzerlenwäldern wohnen.
Ein kleines Naturwunder zeigt sich beim genaueren Hinsehen: An der Schwarzerle (Familie der Birkengewächse) hängen gleichzeitig die dunklen, verholzten Zapfen und die frischen, zarten Kätzchen.
Die Schwarzerle in der Wildkräuterküche
Zugegeben: Die Schwarzerle ist kein klassischer „Essbaum“ wie Birke oder Linde. Doch wer sich auf die feinen Nuancen einlässt, entdeckt spannende kulinarische Möglichkeiten.
Junge Blätter – mild und nussig
Junge Blätter – mild und nussig
Im Frühjahr, wenn die Blätter noch weich und hellgrün sind, können sie sparsam in Salaten oder Kräuterbutter verwendet werden. Ihr Geschmack ist leicht herb, mit einer nussigen Note.
Kätzchen – überraschend vielseitig
Die männlichen Kätzchen erscheinen früh im Jahr und sind essbar. Am besten sammelt man die geschlossenen Kätzchen bereits im Januar, denn im Februar blühen sie bereits. Sie haben einen leicht bitteren Geschmack, der an Hopfen erinnert. Geröstet als knuspriges Topping passen Sie wunderbar zu Joghurts, Süßspeisen oder Frückstücks-Bowls. Ein Rezept für ein knuspriges Erlenkätzchen-Granola findest Du auf meinen Kräuterblog.
Liebe Grüße
Kordula Müller von WiesenWuid

Räucherzeremonien sind seit Jahrtausenden von Jahren in vielen Kulturen weltweit bekannt. Heute sind die alten Rituale wieder voll im Trend. Mit dem Verräuchern von Heilpflanzen werden Räume von alten Informationen und negativen Energien befreit. Außerdem duftet es wunderbar und verbreitet eine heimelige Atmosphäre. Wie es funktioniert, erfährst du hier.










